Wort-Bilder

Lesenswerte LyrikScheinbar mühelos holt Thorsten Trelenberg über das Lesen aus seinen Werken Landschaften und Situationen in den Raum. Einen Raum, der mit Licht von Leuchtstoffröhren, kahlen Wänden, Näh-maschinen und Daunenfedern in großen Säcken vor allem von seiner Nutzung als Atelier und Lager des Bettenfachgeschäftes Niewerth kündet. Und doch gelingt es Trelenberg schon mit seinem ersten Text, Island lebendig werden zu lassen. Nebel, Sturm, Kälte und Meeresrauschen erzeugen das Bild eines ‚Eislandes‘. So auch der Titel seines Gedichtbandes nach seinem ersten Island-Aufenthalt 2012/13.

Aus dem Winter und aus der Dunkelheit führt uns Trelenberg dann heraus. Der Frühling kommt: „Über den See hinweg trägt der Wind Versprechen von Ufer zu Ufer. Ungeduldig wartet das Tal, um mit Frühling geflutet zu werden.“ (Zitat aus Frostgeflüster, 2015). Die Frühlingsgefühle werden mitgeliefert, oder wie Trelenberg es im Band Lakenlandschaften ausdrückt: „DuDieDu“. Zuhause ist für ihn, wo seine Partnerin ist. Dort finden auch seine Lippen eine Heimat. Die Lesung aus den Lakenlandschaften endet, wie es der WAZ-Kulturredakteur Jens Dirksen in seiner Terminankündigung am 19.11. bereits vorhersah, im ‚horizontalen Gewebe‘, d. h. in den Lakenlandschaften des Bettenfachgeschäftes.

Trelenberg regt mit seinen Texten zum Nachdenken an – über unser Vertrauen auf die eigenen Gefühle, über Heimat und die Schönheit der Natur. Und das geht auch an ungewöhnlichen Orten. Gerne in 2016 noch einmal an anderer Stelle in Kupferdreh und in größerer Runde.



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